Werbewirtschaft startet schwach ins Jahr 2012

Das Werbejahr 2012 ist verhalten angelaufen: Die deutschen Unternehmen gaben in den ersten beiden Monaten des Jahres ungefähr genau so viel wie im Vorjahr für Werbung aus, wie eine Umfrage des Branchenmagazins "w&v" ergeben hat.

Für den weiteren Verlauf des Jahres stehen die Zeichen ebenfalls auf Stagnation oder Rückgang. Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) prognostiziert laut "w&v" für 2012 ein Minus zwischen 1,5 und 2 Prozent. "Kein einziger großer Werbungtreibender hat sein Budget erhöht", berichtet ein hochrangiger Media-Manager. "Aber viele shiften."

Die Konsequenz: Der Konkurrenzkampf zwischen den Medienunternehmen um die Werbemilliarden der Industrie wird härter. Profitieren werden dem Bericht zufolge vor allem Online-Medien, während Zeitungen und Zeitschriften weiter unter Druck geraten. Das Fernsehen wird seine Vormachtstellung behalten. Werbungtreibende buchen die TV-Spots dabei zunehmend in Kombination mit Online.

Doch auch beim Fernsehen stehen die Zeichen auf Stagnation. 2012 wie auch in den Folgejahren werde es "keine nennenswerten Erlössteigerungen" geben, glaubt Jan Kühl, Geschäftsführer des RTL-II-Werbezeitenvermarkters El Cartel Media.

Unter den TV-Sendern erwischte RTL den besten Start ins Werbejahr. Der Marktführer punktete im Januar mit Sendereihen wie "Dschungelcamp" und "Bachelor" auch bei der Werbekundschaft. Laut Marktbeobachter Nielsen legte RTL-Vermarkter IP um elf Prozent beim Umsatz zu, der ProSiebenSat.1-Vermarkter SevenOne Media dagegen nur um 1,3 Prozent. Die öffentlich-rechtlichen Sender büßten drei Prozent an Erlös ein.

Das größte Wachstum dürfte auch in diesem Jahr auf den Online-Bereich entfallen. Übereinstimmend rechnen die befragten Experten mit einem Plus zwischen 10 und 15 Prozent. Neue Rekordeinnahmen werden bei Werbung auf mobilen Endgeräten erwartet. Marktteilnehmer rechnen mit einer Verdoppelung der Umsätze.

Wie schon in den vergangenen Jahren, werden Werbekunden im Gegenzug an Anzeigen auf bedrucktem Papier sparen. Die Januar-Zahlen von Nielsen deuten diesen Trend bereits an: Gegenüber Januar 2011 verloren die deutschen Tageszeitungen mehr als sieben Prozent ihrer Anzeigenumsätze.

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