Satellit überholt Kabel in Deutschland

Der Satelliten-Direktempfang hat den Kabelanschluss bei der TV-Versorgung in Deutschland erstmals überholt: Ende 2011 versorgten sich 17,5 Millionen TV-Haushalte über Satellit, knapp 900.000 mehr als im Jahr davor.

Der Verbreitungsweg Kabel verzeichnet dagegen im selben Zeitraum einen Rückgang um rund 900.000 Haushalte. Damit sinkt die Reichweite des Kabelfernsehens auf 17,3 Millionen Haushalte. DVB-T kommt nach einem Minus von 180.000 auf eine Reichweite von 1,8 Millionen Haushalte. Weiter zulegen konnte dagegen IPTV, das nach einem Wachstum um 330.000 Haushalte mit 1,3 Millionen Haushalten erstmals die Millionenmarke überschritt.

Die Zahlen basieren auf der aktuellen Reichweitenstudie "TV Monitor 2011", für die das Marktforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des Astra-Satellitenbetreibers SES in Umfragen erhoben hat, welchen Empfangsweg die Zuschauer zur Versorgung ihres Hauptfernsehers gewählt haben.

"Damit ist es uns in den vergangenen zwei Jahren gelungen, die Reichweite des Satelliten um mehr als 1,3 Millionen Haushalte zu steigern", sagte Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer von Astra Deutschland, in München.

15,8 Millionen Haushalte in Deutschland nutzen digitales Fernsehen über Satellit - das entspricht einem Digitalisierungsgrad von 90 Prozent. Beim Kabel ist der Anteil mit 46 Prozent (7,9 Millionen Haushalte) zwar gestiegen, liegt aber weiter deutlich hinter dem Satelliten-Direktempfang.

Die Zahl der Satellitenhaushalte, die ihre Programme noch analog empfangen, ist von Ende 2010 bis Ende 2011 um 1,2 Millionen auf 1,8 Millionen gesunken. Die verbleibenden Zuschauer haben nur noch knapp drei Monate Zeit, auf digitalen Satellitenempfang umzustellen. Allerdings wissen die meisten Haushalte, dass sie handeln müssen: 85 Prozent kennen den Termin 30. April 2012, an dem das analoge Satellitenfernsehen abgeschaltet wird.

Der wichtigster Treiber der Digitalisierung bleibt hochauflösendes Fernsehen: 5,9 Millionen Satellitenhaushalte in Deutschland schauen inzwischen Programme in HD-Qualität - das ist gut ein Drittel aller Satellitenhaushalte. Astra bietet in Deutschland derzeit 37 HD-Sender an. Die Zahl soll bis Ende 2012 auf über 50 HD-Sender steigen.

20 Prozent aller deutschen Haushalte planen innerhalb der nächsten zwölf Monate die Anschaffung eines HD-Receivers. 18 Prozent wollen sich einen neuen Flachbildfernseher zulegen. Den Kauf eines Geräts mit digitaler Aufnahmefunktion (PVR) fassen elf Prozent ins Auge.

68 Prozent der Zuschauer, die bereits HD nutzen, wünschen sich mehr Programme in HD-Qualität. 66 Prozent gaben an, dass sie HD-Programme viel lieber schauen als Programme in herkömmlicher Qualität. HDTV spielt für diese Gruppe inzwischen auch eine wichtige Rolle bei der Programmauswahl. 36 Prozent gaben an, dass sie bei Programmen darauf achten, ob sie in HD ausgestrahlt werden. 29 Prozent können sich vorstellen einen Sender weniger zu nutzen, wenn er seine Programme nicht in HD ausstrahlt.

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